Die Loschwitzer Kirche ist zum einen eine sehr schöne Barockkirche in interessanter Lage, da sie unweit der Elbe in der Mitte des Villenviertel Loschwitz steht. Zum anderen ist sie auch architekturhistorisch bedeutend. denn bei ihr handelt es sich um den ersten Kirchenbau von George Bähr, dem späteren Architekten der Dresdner Frauenkirche. Hinzu kommt noch, daß auch der Kirchhof, der noch bis 1907 für Beerdigungen genutzt wurde, sehenswert ist, denn er ist einer von nur sehr wenigen Kirchhofanlagen Sachsens, die im 18. Jahrhundert neu angelegt wurden und sich bis heute erhalten haben. Dieser Loschwitzer Friedhof ist mit seinen ca. 400 Quadratmetern übrigens der kleinste der Stadt.

Anfahrt und Parken nahe der Kirche Loschwitz

Sie erreichen den nahe der Loschwitzer Kirche gelegenen Körnerplatz mit den Buslinien 61, 63, 84 und 309. Parken können Sie auf über 100 Plätzen gleich hinter der Alten Feuerwache (Fidelio-F.-Finke-Straße 4) für nur 0,25 € pro Stunde bzw. 2,- € pro Tag. Abends bzw. nachts zwischen 19 Uhr und 8 Uhr früh ist das Parken hier sogar kostenlos (Leider hat die Stadt Dresden 2021 eine deutliche Erhöhung der Parkgebühren auf den städtischen Parkplätzen beschlossen, die Stück für Stück umgesetzt wird. Darum muss in nächster Zeit auch auf diesem Parkplatz mit höheren Parkgebühren gerechnet werden.).

Äußeres und Inneres der Loschwitzer Kirche

Die äußere Gestalt

George Bähr orientierte sich beim Entwurf für die Loschwitzer Kirche gerade nicht an den damals üblichen Dorfkirchen, sondern griff die Formen des typischen barocken Zentralbaus auf. Die Kirche wurde also im Stil der Zeit achteckig, aber langgestreckt gestaltet. Die Loschwitzer Kirche ist eher klein: 28 Meter Länge auf 16 Meter Breite bei einer Höhe von knapp 42 Meter. Der in Altrosa gehaltene Putz entspricht der ursprünglichen Form, ist so aber erst wieder seit der Restaurierung nach der Wiedervereinigung zu sehen, denn seit der 1898/99 erfolgten Renovierung war die Kirche außen grau verputzt. Die hohen, mittig geteilten Fenster werden durch weißen Putz betont, ebenso die Ecken des Kirchgebäudes. Das Dach ist auf zwei verschiede Arten gedeckt: Das Mansarddach der Kirche hat eine Eindeckung aus roten Dachziegeln, während der sehr hoch ausgeführte Dachreiter mit Schiefer gedeckt wurde.

Der Innenraum der Loschwitzer Kirche

Der Innenraum war immer sehr schlicht gehalten. Im Kirchenschiff finden sich rechts und links des Mittelgangs Kirchenbänke, an den Seiten der Kirche hingegen zwei hölzerne Emporen übereinander. Über dem Westportal findet sich in der oberen Empore die Orgel. Ursprünglich bot die Loschwitzer Kirche Platz für 820 Kirchgänger. 

Ursprünglich stand in der Kirche ein aus Sandstein gefertigter Kanzelaltar. Durch den Brand 1945 wurde auch der Altar schwer beschädigt und verwitterte in den folgenden Jahren, sodass eine Rekonstruktion aufgrund des starken Verfalls nicht möglich war. 1993 stellte die Loschwitzer Kirchgemeinde beim Landeskirchenamt den Antrag, den sogenannten Nosseni-Altar der 1945 zerstörten Dresdner Sophienkirche in die Loschwitzer Kirche zu übernehmen. 1998 die Rekonstruktion und Restaurierung dieses elf Meter hohen und aus dem Jahr 1607 stammenden Altars, der schließlich 2002 feierlich geweiht werden konnte.

Die Fenster

Bei ihrer Errichtung hatte die Kirche Fenster mit Butzenscheiben, die allerdings im Laufe des 19. Jahrhunderts sukzessive durch preiswerte Flachglastafeln ausgetauscht wurden. Bei der Renovierung 1898/99 erhielten alle Fenster Bleiverglasungen. Die beiden neuen Altarfenster stiftete der Landschaftsmaler Eduard Leonhardi (das ihm gewidmete Museum befindet sich ebenfalls in Loschwitz auf der Grundstraße 26), nach dessen Idee diese Fenster mit biblischen Motiven versehen wurden. Von all dem ist heute nichts mehr zu sehen, denn bei der Bombardierung 1945 wurden alle Fenster der Loschwitzer Kirche zerstört. Beim Wiederaufbau verzichtete man (außer bei den Fenstern der Sakristei) auf Glasmalereien und entschied sich für einfache, kleinteilige Holzrahmenfenster.

Die Geschichte der Loschwitzer Kirche

Loschwitz wurde 1315 zum ersten Mal urkundlich erwähnt und war zur damaligen Zeit ein für die Gegend typischer slawischer Rundling. Kirchlich gehörte die Gemeinde für mehrere Jahrhunderte zum Kirchspiel der in mitten in Dresden liegenden Kirche „Zu unserer Lieben Frauen“, der Urpfarrei der späteren Frauenkirche. Damit waren für die Loschwitzer große Unannehmichkeiten verbunden, denn zu jedem kirchlichen Anlaß, also den sonntäglichen Gottesdiensten etc., mußten sie sich auf den kilometerlangen Weg dorthin machen, was bei den damaligen Straßenverhältnissen, insbesondere bei schlechtem Wetter, sehr bechwerlich werden konnte. Nach langen Bemühungen wurde durch August den Starken 1704 der Antrag der Loschwitzer auf Auspfarrung aus dem bisherigen Kirchspiel und Gründung der eigenständigen Kirchgemeinde Loschwitz endlich zugestimmt. 

Damit war der weg frei für den Bau einer eigenen Kirche, für die man den Bauauftrag noch im selben Jahr an George Bähr gab. Nachdem zunächst ein anderer Standort favorisiert worden war, entscheid man sich für einen Platz am östlichen Rand des Dorfes an der Straße nach Wachwitz. Dieser war im Gegensatz zum Dorfkern hochwassersicher gelegen und transportierte, da es sich um einen Weinberg handelte, auch noch ein christliches Motiv. Bei der Grundsteinlegung für die Loschwitzer Kirche am 29. Juni 1705 sang auch der Dresdner Kreuzchor. Trotz des zu dieser Zeit gerade tobenden und auch Sachsen in Mitleidenschaft ziehenden Großen Nordischen Krieges konnte nach nur drei Jahren Bauzeit am 3. August 1708, dem Namenstag Augusts des Starken, die feierliche Weihe der Loschwitzer Kirche erfolgen.

Nach zahlreichen kleineren Renovierungen im Laufe der nächsten knapp zweihundert Jahren faßte man Ende des 19. Jahrhunderts den Entschluß zu einer umfassenden Renovierung, die in den Jahren 1898-99 durchgeführt wurde. Dabei wurden – wie oben bereits erwähnt – die Fenster, aber auch der gesamte Innenraum neu gestaltet. Die ursprüngliche Schlichtheit wich nun Goldverzierungen und Ausschmückungen. Hinzu kamen ein erneuertes Gestühl und Ergänzungen am Altar. Während der Innenraum olivgrün gestrichen wurde, bekam die Fassade statt des aus der Zeit der Erbauung stammenden Altrosa einen grauen Anstrich.

Während der Zerstörung Dresdens durch alliierte Bombenangriffe am 13. und 14. Februar 1945 trafen mehrere Bomben die Loschwitzer Kirche. In der Folge brannte sie bis auf die Umfassungsmauern nieder. Bis 1946 wurde die Ruine vom Schutt befreit, 1947 erfolgten Sicherungsmaßnahmen an den verbliebenen Umfassungsmauern. Die nächsten Jahrzehnte brachten aufgrund des in der DDR herrschenden Baustoffmangels zunächst keinen Wiederaufbau, dafür aber wenigstens die Zuerkennung des Denkmalschutzstatus für Kirche und Kirchhof. In den 1980er Jahren reifte der endgültig der Beschluß zum Wiederaufbau der Loschwitzer Kirche, dessen Beginn offiziell im November 1989, also noch während der Friedlichen Revolution bekannt gegeben wurde. 

Am 29. Juni 1991 erfolgte die symbolische Grundsteinlegung. Die Finanzierung des Wiederaufbaus erfolgte in den folgenden Jahren hauptsächlich aus Spendengeldern: Neben den Geldern eines in München gegründeten „Vereins für den Wiederaufbau der evangelischen Kirche in Dresden-Loschwitz e. V.“ unterstützten unter anderem die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, das Regierungspräsidium und zahlreiche Privatleute den Wiederaufbau. Auch Dresdner Künstler wie Theo Adam und Peter Schreier leisteten beispielsweise mit Benefizkonzerten ihren Beitrag. Die äußere Erneuerung der Kirche kam am 2. Oktober 1994 mit der Wiederweihe der Loschwitzer Kirche zum Abschluss. Im Jahr 2002 fand, wie oben erwähnt, der Nosseni-Altar in der Loschwitzer Kirche einen neuen Standort. Im Einklang mit den Farben des Altars erhielt der Kircheninnenraum 2004 einen Anstrich in gelben Farbtönen mit weißen Hervorhebungen.