Die Sempergalerie (für die ebenfalls der Name Semperbau geläufig ist) bildet mit einer Länge von 127 Metern und einer Höhe von 24 Metern den Abschluß des Dresdner Zwingers zum Theaterplatz mit Semperoper und Hofkirche, und somit auch zur Elbseite des Dresdner Zentrums hin. Sie ist die Heimat der Gemäldegalerie Alte Meister – einer Gemäldesammlung von Weltgeltung – und der Skulpturensammlung bis 1800.

Geschichte der Sempergalerie

Zwinger Dresden - Eingang in die Sempergalerie

Ursprünglich plante August der Starke, unter dessen Regie der Zwinger in den 1710er und 1720er Jahren errichtet wurde, dessen bauliche Fortführung über den heutigen Theaterplatz bis zum Ufer der Elbe hin. Aufgrund mangelnder Geldmittel – beziehungsweise weil das vorhandene Geld für andere Bauwerke wie Schloss Pillnitz oder die Gartenanlage Großsedlitz verwandt werden sollte – wurden diese Pläne nie ausgeführt und der Zwinger blieb über 130 Jahre zur Elbe hin unvollendet. 

Sempergalerie vom Theaterplatz aus gesehen

Erst in den 1840er Jahren kamen das Bedürfnis nach einem neuen zentralen Ausstellungsgebäude für die am Sächsischen Hof vorhandene Gemäldesammlung und der Wille zum architektonischen Abschluß des Zwingers zur Elbe hin zusammen, wobei zunächst auch andere Standorte und die Umnutzung vorhandener Häuser geprüft wurden. Man beauftragte den renommierten Architekten Gottfried Semper mit Entwurf und Bau dieses Gebäudes. Die Grundsteinlegung der Galerie erfolgte 1847.

Semper war an der Revolution 1848 und insbesondere am Dresdner Maiaufstand 1849 in Dresden beteiligt. Daraufhin wurde er (zusammen mit anderen, bspw. Richard Wagner) nach der Niederschlagung des Aufstandes steckbrieflich gesucht und mußte das Königreich Sachsen verlassen. So mußten dann Karl Moritz Haenel und der Semper-Schüler Bernhard Krüger die weitere Leitung des Baus bis zu dessen Fertigstellung im Jahr 1854 übernehmen.

Während der Bombardierung Dresdens im Februar 1945 wurde – genau wie der Rest des Dresdner Zwingers auch – die Semperoper schwer beschädigt. Ende der 1940er und in der ersten Hälfte der 1950er Jahre wurde die Galerie soweit wieder aufgebaut, daß in ihr erneut die Alten Meister präsentiert werden konnten. Drei Jahrzehnte später, also ab 1988, wurde die Sempergalerie umfassend rekonstruiert und am 5. Dezember 1992 wiedereröffnet.

Architektur und Fassadenschmuck der Sempergalerie

Architektonisch orientierte sich Gottfried Semper am Stil der italienischen Hochrenaissance. Die Dresdner Bildhauer Ernst Rietschel und Ernst Julius Hähnel wurden beauftragt, den plastischen Fassadenschmuck zu modellieren. Rietschel übernahm dabei die Verantwortung für die Theaterplatzseite und erstellte Figuren aus der klassischen Antike. Hähnel hingegen war für die Zwingerseite zuständig, die mit Figuren aus dem christlich-abendländischen Kulturkreis geschmückt wurden. Die beschwerlichen Arbeiten an der am Gebäude wurden unter der Aufsicht der beiden Bildhauer direkt an der Baufassade vom Gerüst aus nach Tonmodellen durch Steinmetze ausgeführt. 

Sempergalerie: Wiedereröffnung nach 7 Jahren Sanierung

Im Februar 2020 wurde nach sieben Jahren umfangreicher Sanierung die weltberühmte Gemäldegalerie Alte Meister und die “Skulpturensammlung bis 1800” in der Sempergalerie am Zwinger wiedereröffnet. Neben einer notwendig gewordenen baulichen Sanierung der Sempergalerie wurde die Zeit auch für die Installation eines neuen Lichtkonzeptes und rundum neuer Wandbespannungen genutzt.

Aufgang vom Zwingerhof zur Sempergalerie