In dem nur wenige Kilometer südöstlich vom Stadtzentrum Dresdens gelegenen Schloss Pillnitz und seinem Park treffen gleich zwei große Kunstströmungen aufeinander: Die Architektur des Fernen Ostens verbindet sich hier mit der Architektur des späten Barock und bildet so die größte und stilreinste chinoise Schlossanlage Europas, ist also ein herausragendes Beispiel für die sogenannte Chinamode des 18. Jahrhunderts. Diese Residenz machte August der Starke seiner berühmten Mätresse, der Gräfin Cosel, zum Geschenk. In jener Zeit war Schloss Pillnitz der Ort für rauschende Feste und prunkvolle Hochzeiten. Heute zählt dieses Ensemble aus Architektur und Gartenbaukunst zu den schönsten Erholungsorten in ganz Sachsen und ist bei Touristen wie Einheimischen gleichermaßen beliebt.

Schloss Pillnitz Neues Palais mit Fontaine

In der malerisch gelegenen späteren Sommerresidenz der sächsischen Könige können Sie gleich drei Palais bewundern: Dem direkt an der Elbe liegenden Wasserpalais steht in Richtung der Weinhänge das Bergpalais gegenüber, wobei diese beiden Gebäude jeweils an ihrer Ostseite durch das Neuen Palais miteinander verbunden werden. Der so entstehende große Hof beinhaltet einen in strengen Formen gehaltenen barocken Lustgarten, von dem aus man in einen großen Schlosspark tritt, der zum großen Teil als englischer Garten angelegt ist. 

Sowohl im Bergpalais, als auch im Wasserpalais befindet sich heute das Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Im Neuen Palais hingegen ist das Schlossmuseum Pillnitz untergebracht.

Besucherinformation

Besucherzentrum und Adresse

Das Besucherzentrum „Alte Wache“ und damit den Ausgangspunkt Ihrer Entdeckungsreise durch Park und Schloss Pillnitz finden Sie unter der Adresse August-Böckstiegel-Str. 2, 01326 Dresden.  Hier erwerben Sie Ihre Tickets für den Besuch des Parks (sofern kostenpflichtig, s.u.) und der Museen, sowie für die Teilnahme an Führungen, die sämtlich auch an dieser Stelle starten. Die „Alte Wache“ ist im Winterhalbjahr (ca. November bis März) täglich von 10.00 bis 16.00 Uhr, und im Sommerhalbjahr (ca. April bis Oktober) von 6.00 bis 18.30 Uhr geöffnet. Nicht nur für den Ticketkauf lohnt es sich, im Besucherzentrum vorbeizuschauen: Ein umfangreiches Sortiment an Postkarten, Souvenirs und Büchern wartet auf Sie. Zudem erhalten Sie von den Mitarbeitern auf Wunsch eine kompetente Beratung in allen Fragen rund um das Schloss Pillnitz.

Öffnungszeiten Schloss Pillnitz

Öffnungszeiten der Museen im Schloss Pillnitz

Mai-Oktober:  Dienstag bis Sonntag 10.00 bis 18.00 Uhr

November-April: nur am Wochenende geführte Rundgänge stündlich zwischen 11.00 und 14.00 Uhr

Öffnungszeiten Palmenhaus

April-Oktober: täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr

November-März: täglich von 10.00 bis 16.00 Uhr

Öffnungszeiten Schlosspark Pillnitz

April-Oktober:     täglich 6.00 bis 18.30 Uhr (1)

November-März: täglich 6.00 bis 18.00 Uhr (1)

(1) angegebene Schließzeit dient nur der Orientierung – der Schlosspark ist täglich bis Einbruch der Dunkelheit geöffnet

Eintrittspreise Schloss Pillnitz

Eintrittspreise Schlosspark

November-März:    Eintritt frei

April-Oktober: Regulär 3,- €  / Ermäßigt 2,50 € / Gruppen ab 10 Personen 2,50 € p.P. / Kinder bis einschl. 16 Jahre Eintritt frei

Eintrittspreise Tagesticket „Schloss und Park Pillnitz“ (2): Regulär 8,- € / Ermäßigt 6,- € / Gruppen ab 10 Personen 7,- € p.P. / Kinder bis einschl. 16 Jahre Eintritt frei

(2) Beinhaltet den Eintritt in den Schlosspark, die Museen und das Palmenhaus

Eintrittspreise Palmenhaus (November bis März)

Ticket „Pflanzenschauhaus“: Regulär 3,- €  / Ermäßigt 2,50 € / Gruppen ab 10 Personen 2,50 € p.P. / Kinder bis einschl. 16 Jahre Eintritt frei

Wichtig: Diese Preise gelten während der Kamelienblüte auch für das Kamelienhaus.

 

Anfahrt mit dem PKW zum Schloss Pillnitz

  • Über die Autobahn A4: Nutzen Sie die Abfahrten Dresden-Hellerau oder Dresden-Altstadt und folgen Sie dann den Ausschilderungen Richtung Pillnitz
  • Über die Autobahn A17: Nutzen Sie die Abfahrt Pirna, dann weiter auf der Bundesstr. 172a bzw. der Staatsstr. 177 in Richtung Radeberg bis zur Ausfahrt Graupa, dann weiter nach Pillnitz

Parken am Schloss Pillnitz

  • Parkplatz Leonardo-da-Vinci-Straße für PKW (gebührenpflichtig)
  • Parkplatz Lohmener Straße für PKW+Busse (gebührenpflichtig)
  • Behindertenparkplätze am Fähranleger in begrenzter Anzahl

Schloss Pillnitz – der Schlosspark

Eine der ersten Aktivitäten zur Schaffung eines wirklichen Schlossparks geht zurück auf die berühmte Gräfin von Cosel, die 1712 die Heckengärten anpflanzen ließ. Später entstand zwischen dem Wasserpalais und dem Bergpalais der barocke Lustgarten mit Springbrunnen (heute mit bis zu 15 m hoher Fontaine) und Bosketten. 1723 wurde dann oberhalb des Bergpalais ein Schlossgarten mit insgesamt zwölf Baumreihen angelegt. Am Ende des 18. Jahrhunderts folgten dann – der Mode der Zeitr enstprechend – der Englische Garten (ab 1778) und der Chinesische Garten (ab 1790). Etwa 100 Jahre später entstand eine Anlage mit seltenen in- und ausländischen Nadelbäumen. Dieser Ort für exotische Pflanzen aus aller Welt erstreckt sich inzwischen über sechs zusammenhängende Gärten, die insgesamt auf 28 Hektar Fläche kommen.

Schloss Pillnitz Kamelie mit Kamelienhaus

Unter diesen Pflanzen gilt die bereits 1801 an ihrem jetzigen Platz gesetzte und mehr als 8,90 Meter hohe Pillnitzer Kamelie mit ihrem Alter von über 250 Jahren als eine der ältesten japanischen Kamelien in Europa. Sie bringt jedes Frühjahr 35.000 Blüten hervor. In der kalten Jahreszeit wird der Baum durch ein fahrbares und klimatisiertes Glashaus geschützt, daß über die Kamelie geschoben wird und bei 13 Metern Höhe ein Gewicht von nicht weniger als 54 Tonnen hat.

Englischer Garten

Der Englische Garten erscheint als künstlich geschaffene Landschaft in Gestalt einer Naturschwärmerei. In ihm befindet sich auch der Englische Pavillon, 1780 entworfen nach römischen Vorbild durch Johann Daniel Schade. Ein Vierteljahrhundert später später wurde der Chinesische Pavillon errichtet, der den ihn umgebenden Parkteil den Namen Chinesischer Garten einbrachte.

Schloss Pillnitz: Englischer Pavillon - Teehaus

Das Palmenhaus

Eine weitere Besonderheit ist das Palmenhaus. Dessen Bau wurde durch König Johann 1859 ausgelöst und bis 1861 vollendet. Das mit seinen drei Gebäudeteilen auf eine Gesamtlänge von fast 94 Metern und eine Fläche von 660 Quadratmetern kommende Bauwerk war zu seiner Entstehungszeit das größte Gewächshaus Deutschlands. 

Schloss Pillnitz Palmenhaus

Heute gehört es in Europa zu den ältesten überhaupt noch erhaltenen Bauten, die aus Bauelementen aus Stahlguß und aus Glas bestehen. Der Südflügel des Palmenhauses zeigt südafrikanische, der Nordflügel hingegen australische Pflanzen – der als Oktogon ausgeführte und mit einem ovalen Springbrunnen versehene Mittelteil präsentiert Palmen, was durch seine Höhe von 12 Metern erst möglich wird. Bemerkenswerter Weise existieren in diesem Gewächshaus sowohl Warm- als auch Kaltbereiche, womit eine große Bandbreite an Pflanzenarten gezeigt werden kann. Im Palmenhaus erleben Sie wechselnde Ausstellungen zur Geschichte der Pillnitzer Gewächshäuser und zu weiteren Themen aus dem Feld der Botanik.

Nicht mit dem Palmenhaus zu verwechseln ist die Orangerie des Schloss Pillnitz, die über 450 Pflanzen ein Quartier für den Winter bietet.

Einen Lageplan über die Position der einzelnen Sehenswürdigkeiten innerhalb des Parks um das Schloss Pillnitz finden Sie hier.

Schloss Pillnitz Chinesischer Pavillon

Die Bauten im Schloss Pillnitz

An der Stelle des heutigen Schloss Pillnitz stand ursprünglich ein Schloß aus der Renaissance. Dessen Umbau im Stil des Barock wurde ab 1720 von August dem Starken initiiert. Der in Dresden an vielen Gebäuden tätige Baumeister Matthäus Daniel Pöppelmann und der französische Architekt Zacharias Longuelune fertigten die Pläne und fügten so dem Dresdner Barock ein wichtiges Werk hinzu.

Wasserpalais und Bergpalais

Der erste Neubau beim Schloss Pillnitz in der ersten Bauphase des 18. Jahrhunderts war das Wasserpalais, das 1721 direkt am Ufer der Elbe errichtet wurde (zunächst nicht als zusammenhängendes Gäude, sondern in Form von  drei separaten Pavillons, die erst im darauffolgenden Jahr miteinander verbunden wurden). Gesimse und Dächer wurden dabei im chinesischen Stil gehalten – die Fachleute sprechen in diesem Fall von sogenannten  Chinoiserien, die in der Zeit des Barock sehr in Mode waren.

Pöppelmann setze an das Schloß eine elegant geschwungene Treppe an, die sein Kollege Longuelune 1724 als grandiose Schiffstreppe bis zur Elbe hinunter verlängert. Die Formgebung erfolgte dabei so geschickt, daß die Treppe immer elegant und wohlproportioniert wirkt, vollkommen unabhängig vom jeweils herrschenden Wasserstand der Elbe. Diese Treppe erfüllte auch eine konkrete Funktion als Anlegestelle für die königlichen Gondeln, mit denen oft der Weg zwischen der Residenz und dem Schloss Pillnitz zurückgelegt wurde.

Schloss Pillnitz mit Treppe zur Elbe

1723/1724 wurde für das Schloss Pillnitz das Bergpalais erbaut, das genau gegenüber des Wasserpalais Richtung Elbhang platziert wurde. Der Raum zwischen den beiden Palais wurde als Lustgarten gestaltet. Im Jahr darauf ließ August der Starke im Park den Venustempel errichten. Dies war ein achteckiger Festsaal, an den sich vier Pavillons anschlossen. Unter August dem Starken war dies zugleich die letzte größere Baumaßnahme am Schloss Pillnitz, an dem er zwischenzeitlich das Interesse verloren hatte – stattdessen standen fortan Schloss Moritzburg und die Gartenanlage Großsedlitz im Focus des Herrschers.

In Wasserpalais und Bergpalais können Sie jeweils von Mai bis Oktober das zu den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden gehörende Kunstgewerbemuseum besichtigen, das Ihnen außergewöhnliche Einblicke in das kurfürstliche Leben ermöglicht. Sowohl hier zu sehende einzelne Exponate als auch ganze Räume sind mit den sächsischen Königen und Kurfürsten direkt verbunden. Die Exponate zeigen die Geschichte des regionalen und internationalen Kunsthandwerks aus 500 Jahren: italienische Majolika, französische Bronzen und Möbel, sowie kostbare Stickereien. Da aber Dresden auch eine Wiege der Moderne ist, werden ebenso Werke aus dem Bereich Industriedesign, Dresdner Jugendstil oder Maschinenmöbel aus den Deutschen Werkstätten Hellerau im Norden Dresdens ausgestellt.

Das Neue Palais

Das ursprüngliche Schloss Pillnitz aus der Zeit der Renaissance und der Venustempel brannten 1818 vollständig aus – glücklicherweise waren weder das Wasserpalais noch das Bergpalais von diesem Brand betroffen. Daraufhin erließ der sächsische König den Auftrag zur Errichtung eines neuen Schlossgebäudes. Mit diesem sollte das in den Jahrzehnten zuvor neu gestaltete Ensemble abgerundet werden. Begonnen 1819, war 1822 bereits  das Hauptgebäude – genannt das „Neue Palais“ – mit seinem klassizistischen Festsaal vollendet. 
Schloss Pillnitz Katholische Schlosskapelle
In den nächsten Jahren wurden die beiden Flügel, die das Schloss mit dem Wasserpalais und dem Bergpalais verbindenden und unter anderem Hofküche und Brauerei enthielten, fertiggestellt. Die im Flügel zum Bergpalais befindliche königliche katholische Kapelle wurde 1830 geweiht. Sowohl der Festsaal als auch die Kapelle im Schloss Pillnitz wurden mit Gemälden des sächsischen Hofmalers Carl Christian Vogel von Vogelstein ausgestaltet.
Schloss Pillnitz um 1800 (Andreas Balzer)
Heute finden Sie im Neuen Palais das Schlossmuseum, das die Geschichte des Schlosses Pillnitz mit seiner Wandlung hin zur Sommeresidenz der sächsischen Könige. Ebenfalls eine Besichtigung wert ist die nach historischem Vorbild rekonstruierte Königliche Hofküche, die mit ihrer einmaligen Ausstattung – darunter „Kochmaschinen“ und beeindruckendes originales Kupfergeschirr – einen guten Einblick in die höfische Kochkultur vor 200 Jahren ermöglicht. Zusätzlich zu den regulären Exponaten können Sie jährlich neue, interessante Sonderausstellungen sehen.
Schloss Pillnitz Panorama mit Elbinsel