Die Skulpturensammlung Dresden als eine der wichtigsten internationalen Kollektionen von Bildhauerwerken

August der Starke kann als der Begründer der Skulpturensammlung Dresden gelten, denn er war es, der mit dem in den Jahren 1717 bis 1728 begonnenen Ankauf von antiken Skulpturen den Grundstock für die heutige Sammlung legte. Die Skulpturensammlung Dresden umfaßt heute mehr als 1100 Bildhauerwerke aus fünf Jahrtausenden, und ihre Antikensammlung zählt zu den größten und ältesten ihrer Art außerhalb Italiens. 

Die zu den Staatlichen Kunstsammlungen gehörende Skulpturensammlung Dresden trägt ihren Namen seit 1887 und ist im wesentlichen seit dem Jahr 1894 im Albertinum untergebracht. Auch Bronzen, Vasen, Terrakotten, ägyptische Mumien und sogar assyrische Relieftafeln finden sich in dieser international bedeutenden Sammlung.

Skulpturensammlung Dresden: Ein Gips des „Denker“ von Auguste Rodin

Skulpturensammlung Dresden - Denker (Rodin)

Skulpturensammlung Dresden: eine Sammlung – drei Standorte

Die Skulpturensammlung Dresden ist bedingt durch ihren außerordentlichen Umfang auf drei Standorte aufgeteilt. Im Albertinum als Museum der Kunst von der Romantik bis zur Gegenwart hat neben der Galerie Neue Meister auch die Skulpturensammlung der Werke ab 1800 eine Heimat gefunden. Schon bald sollen die Skulpturen der Antike bis zum Barock in der Osthalle des Semperbaus im Zwinger ausgestellt werden (bis zum Ende der dortigen Umbauten sind sie im Albertinum in Schaudepots sowie im Studiendepot Antike zu sehen). Dies hatte schon der berühmte Architekt Gottfried Semper Mitte des 19. Jahrhunderts so vorgesehen. Um die Wartezeit ein wenig zu überbrücken, werden in der Sempergalerie bereits gegenwärtig einige Stücke der Abguss-Sammlung  des Malers Anton Raphael Mengs sowie Bronze- und Steinskulpturen aus der Zeit des Barock und der Renaissance gezeigt.

Einen besonderen Standort fanden bereits 2009 die mittelalterlichen Kunstwerke der Skulpturensammlung Dresden: Sie sind im Schloßbergmuseum Chemnitz untergebracht, und werden dort – zusammen mit Werken der Chemnitzer Sammlung, insgesamt etwa 80 Objekte – sehr passend im Kreuzgang und den Konventsräumen des ehemaligen Benediktinerklosters ausgestellt. Die spätgotische Plastik der Jahre zwischen 1480 und 1520 steht dabei im Mittelpunkt. Falls Sie einen Abstecher dahin planen: Das Schloßbergmuseum Chemnitz hat die Adresse Schloßberg 12, 09113 Chemnitz und ist geöffnet Dienstag bis Sonntag sowie feiertags von 11 bis 18 Uhr (Ausnahme mittwochs von 14 bis 21 Uhr).

Geschichte der Skulpturensammlung Dresden

August der Starke machte Dresden zur ersten deutschen Stadt mit einer großen Antikensammlung nach italienischem Vorbild. Dafür beauftragte er Agenten, in Rom und antike Marmorskulpturen anzukaufen. So gelang 1728 der Kauf von 160 Skulpturen aus dem Nachlass des Fürsten Agostino Chigi und von weiteren 34 Objekten aus der Sammlung des Kardinals Alessandro Albani. Bis 1747 war das Palais im Großen Garten Heimat der Skulpturensammlung Dresden, für die vor allem im 18. und Mitte des 19. Jahrhunderts größere Mengen an Skulpturen und anderen Objekten, z.T. als komplette Sammlungen, zugekauft wurden. In diesen Zusammenhang gehört auch der Ankauf von 833 Gipsabgüssen im Jahr 1783 aus dem Nachlass des Malers Anton Raphael Mengs, die den Grundstock für eine Abguss-Sammlung bildeten. Johann Joachim Winckelmann, der Begründer der Kunstgeschichte und der modernen Archäologie, nutzte ab 1748 die Antikensammlung als Quelle für seine Schriften, vor allem für die 1764 publizierte “Geschichte der Kunst des Alterthums“.

 Der im Jahr 1882 zum Direktor der Skulpturensammlung Dresden ernannte Georg Treu machte sich besonders verdient, indem er zu den bereits vorhandenen weitere thematische Sammelgebiete hinzufügte, was mit dem Ankauf von antiker Kleinkunst und griechischen Originalskulpturen realisiert wurde. So konnte die Sammlung bedeutend erweitert werden. Kontakte mit den bereits damals bedeutenden Bildhauern, z.B. Auguste Rodin, ermöglichten den Erwerb großer Kollektionen. Den Platz dafür bot das 1889 fertiggestellte Albertinum, nachdem die Skulpturensammlung zuvor im Japanischen Palais beheimatet war. 

 Die Zeit des Nationalsozialismus war eine schwierige Epoche für die Skulpturensammlung Dresden. So wurden 24 moderne Skulpturen als „Entartete Kunst“ beschlagnahmt und zumeist ins Ausland verkauft. Das Museum wurde mit Kriegsbeginn geschlossen und die Skulpturen später gemeinsam mit anderen Kunstschätzen aus Dresden ausgelagert, z.B. auf das Schloß Weesenstein. Bis auf wenige Ausnahmen überstand die Sammlung den Zweiten Weltkrieg ohne nennenswerte Verluste. Nach Kriegsende brachte die sowjetische Trophäenkommission die Skulpturensammlung als Beutekunst nach Moskau, wo sie bis 1958 blieb. In der Zeit bis 1989 wurde die Sammlung um bedeutende Werke der Gegenwartskunst, wie auch um Skulpturen von der griechischen Antike bis hin zum 19. Jahrhundert erweitert. Die Zeit seit der Jahrtausendwende brachte, initiiert durch die sog. Jahrhundertflut 2002, den Bau besserer räumlicher Bedingungen, so daß nun viele Stücke der Skulpturensammlung Dresden ihren Gästen gezeigt werden können, die bisher in Depots verwahrt werden mußten.