Loschwitz ist einer der reizvollsten Dresdner Stadtteile, was schon mit seiner privilegierten Lage am Elbhang beginnt, der sogar Weinanbau möglich macht. Doch auch kleine Fachwerkhäuser, eine Vielzahl geschmackvoller Villen aus dem 19. Jahrhundert, drei Schlösser, zwei Bergbahnen und eine Brücke (das berühmte „Blaue Wunder“) gehören zu Loschwitz. Dieser Stadtteil hat also vieles, was einen Besuch lohnenswert macht – nur Barockbauten sollten sie hier nun gerade nicht erwarten.

Loschwitz: Anfahrt und Parken

Sie gelangen zum zentral gelegenen Körnerplatz – von dem aus Sie die Sehenswürdigkeiten in Loschwitz (s.u.) gut erreichen können – mit den Buslinien 61, 63, 84 und 309. Parken können Sie auf über 100 Plätzen gleich hinter der Alten Feuerwache (Fidelio-F.-Finke-Straße 4) für nur 0,25 € pro Stunde bzw. 2,- € pro Tag. Abends bzw. nachts zwischen 19 Uhr und 8 Uhr früh ist das Parken hier sogar kostenlos (Leider hat die Stadt Dresden 2021 eine deutliche Erhöhung der Parkgebühren auf den städtischen Parkplätzen beschlossen, die Stück für Stück umgesetzt wird. Darum muss in nächster Zeit auch auf diesem Parkplatz mit höheren Parkgebühren gerechnet werden.).

Sehenswürdigkeiten in Loschwitz

Das Schillerhäuschen

Christian Gottfried Körner – der Vater des Schriftstellers und Freiheitskämpfers Theodor Körner – hatte um das Jahr 1800 einen hochkarätigen Freundeskreis. Daher übernachteten im Körnerschen Haus in der Dresdner Neustadt und im Haus der Familie in ihrem Loschwitzer Weingut unter anderem Mozart, Goethe, Kleist sowie die Brüder Schlegel und die Brüder Humbolt. Ein weiterer berühmter Gast der Körners war Friedrich Schiller, der sich insbesondere im kleinen Gartenhaus des Weingutes wohlfühlte. Hier arbeitete in den Jahren 1785-1787 sowohl am „Don Carlos“ wie auch an der Vollendung der Ode „An die Freude“.

Dieses 2005 rekonstruierte und als Museum über Schillers Dresdner Zeit eingerichtete Gartenhaus finden Sie heute unter der Adresse Schillerstraße 19, 01326 Dresden. Unter der Telefonnummer 0351 4888501 können Sie mit ausreichend zeitlichem Vorlauf eine Sonderführung für maximal 15 Personen buchen. Ansonsten ist der Besuch in Dresdens mit 22 Quadratmetern Fläche kleinstem Museum vollkommen frei und in den Monaten von Ostern bis September jeweils samstags, sonntags und an Feiertagen zwischen 10:00 – 17:00 Uhr möglich.

Gleich gegenüber können sie übrigens den 1912/13 errichteten Schiller-Körner-Brunnen sehen. Dabei handelt es sich um einen Denkmalbrunnen, der in zwei Reliefs zum einen den Abschied Schillers von der Familie Körner bei seinem letzten Besuch in Dresden im Jahr 1801 und zum anderen den Abschied Theodor Körners von seinen Eltern und Geschwistern zeigt. Diese zweite Szene spielt im Jahr 1813, als Körner aufbrach, um mit dem Lützowschen Freikorps gegen die Truppen Napoleons zu kämpfen, wobei er im August 1813 fiel.

Das Leonhardi-Museum

Das Leonhardi-Museum zeigt zweierlei: Zum einen natürlich eine Auswahl der Werke Eduard Leonhardis (1828-1905, Beiname „Maler des deutschen Waldes“). Dieser spätromantische Landschaftsmaler und Schüler u.a. Ludwig Richters (dem Leonhardi auf dem Gelände des Museums aus Dankbarkeit ein heute noch zu sehendes Denkmal setzte) kaufte 1879 das bis dahin Hentschelmühle genannte Gebäude und baute es in den 1880er Jahren zu einem Atelier- und Ausstellungsgebäude um. Dabei erhielt es auch seine auffällige Fassadenverzierung und den neuen Namen „Rote Amsel“. Seit den 1960er Jahren wird das Gebäude aber auch zur Präsentation moderner Kunst genutzt, in dem in Wechselausstellungen jeweils ein anderer Künstler seine Werke vorstellen darf. 

Die Bergbahnen in Loschwitz

Bei den Dresdner Bergbahnen handelt es sich um zwei historische Bergbahnen, die den Höhenunterschied der Dresdner Elbhänge überwinden. Ihre Talstationen liegen nur 150 Meter voneinander entfernt nördlich und östlich des Körnerplatzes, zwischen den beiden Bergstationen hingegen liegt der tief eingeschnittene Loschwitzgrund. Beide Bahnen – eine Standseilbahn (erbaut 1895) und eine Schwebebahn (streng genommen eine Hängebahn, erbaut 1901) – verkehren im führerlosen Pendelbetrieb und haben je zwei Personenwagen. Diese werden in Schienen geführt und via umgelenkter Zugseile von der jeweiligen Bergstation angetrieben. Die Bahnen sind touristische Attraktionen und technische Denkmale in Dresden, die bis heute ganzjährig betrieben werden. Nur während der mehrtägigen Revisionen sind sie zweimal pro Jahr außer Betrieb. Ungefähr 650.000 Fahrgäste nutzen die Dresdner Bergbahnen pro Jahr.

Hier erfahren Sie mehr zur historischen Standseilbahn.

Die Elbbrücke „Das Blaue Wunder“

Das Blaue Wunder ist die berühmteste, bekannteste und in den Augen vieler auch schönste Brücke Dresdens (neben der Augustusbrücke im Herzen der Stadt). Sie liegt von allen Brücken im Dresdner Stadtgebiet am weitesten stromaufwärts und verbindet die beiden im Osten von Elbflorenz gelegenen Stadtteile Loschwitz und Weißer Hirsch auf dem rechten Elbufer und Blasewitz auf der linken Elbseite. Erbaut wurde sie in den Jahren 1891-1893. Mit nur zwei Pfeilern überspannt sie die Elbe, wobei die große mittlere Öffnung eine Weite von 147 Metern hat. Damit hat das Blaue Wunder den Vorteil, ohne Stützpfeiler innerhalb des Flussbettes auszukommen –  sehr vorteilhaft für die Elbschiffahrt und die Ästhetik der Brücke. Zur Zeit der Errichtung der Brücke war dies eine ingenieurtechnische Meisterleistung und brachte der Loschwitzer Elbbrücke ihren Namen.

Schloss Albrechtsberg

Schloss Albrechtsberg ist eines der schönsten Bauwerke des Spätklassizismus in Dresden und zugleich das erstgebaute der drei Dresdner Elbschlösser (Schloss Eckberg und das Lingnerschloss wurden nur kurz darauf fertiggestellt). Errichtet von Prinz Albrecht von Preußen – dem jüngsten Sohn der berühmten Königin Luise – bietet es von seiner bevorzugten Lage am Loschwitzer Elbhang aus einen phantastischen Blick über den Fluss und über die Stadt Dresden.

Nachdem Schloss Albrechtsberg über Jahrzehnte hinweg die verschiedensten Nutzungsformen erlebte, kann man das rundum hochwertig sanierte Gebäude nebst Park heute im Rahmen von öffentlichen Führungen oder individuellen Gruppenführungen besichtigen (Führungstermine erfragbar unter 0351/8115823 – die Besichtigung des Parks ist auch außerhalb von Führungen möglich). Zugleich dient es als Veranstaltungsort – z.B. für Konzerte – oder kann auch privat für repräsentative Zwecke gemietet werden.

Mehr zu diesem Schloss erfahren Sie hier: Schloss Albrechtsberg

Das Lingnerschloss

Das Lingnerschloss ist ein Schloss für alle Dresdner und ihre Gäste. Erbaut Mitte des 19. Jahrhunderts und gelegen an einem der reizvollsten Orte in Dresden, bietet es seinen Besuchern vom Elbhang aus einen wunderbaren Blick über die Stadt, einen schönen Park zum Flanieren und gutbürgerliche Gastronomie zu günstigen Preisen.

Die zunächst nach ihrem Erbauer Baron von Stockhausen benannte Villa entstand fast parallel zum Schloss Albrechtsberg als zweites der Dresdner Elbschlösser; das dritte – Schloss Eckberg – befindet sich stromaufwärts auf der anderen Seite des Lingnerschlosses. Auffällige Architekturdetails sind die beeindruckende Treppenanlage an der mit Ecktürmen verzierten Eingangsfront und die besonders aus Richtung Elbe gut zu sehenden seitlichen Flügel, einer davon als Säulenhalle.

Mehr über das Gebäude erfahren Sie hier: Das Lingnerschloss

Schloss Eckberg

Innerhalb der zahlreichen Dresdner Unterkünften nimmt das Hotel Eckberg einen besonderen Platz ein, denn nur wenige andere Häuser können mit der Schönheit des Gebäudes, vor allem aber mit seiner Lage konkurrieren. Von seiner Position oben auf den Dresdner Elbhängen, neben Schloss Albrechtsberg und dem Lingnerschloss, und unweit des Blauen Wunders hat man einen geradezu fürstlichen Blick auf die Elbe und das Zentrum von Dresden. Daneben genießen die Gäste des Hauses einen sehr guten Service und hervorragend ausgestattete Räume in diesem Hotel.

Das von den drei Elbschlössern am weitesten stromaufwärts gelegene Schloss Eckberg ist wie die anderen Schlösser auch nur 6 Straßenkilometer von der Dresdner Altstadt entfernt. Die Lage der Elbschlösser an der Bundesstraße B6 (Bautzner Straße) sorgt für eine gute Erreichbarkeit mit dem Auto und den öffentlichen Verkehrsmitteln (Straßenbahn Linie 11, Haltestelle Elbschlösser). Trotz des Standortes an der Fernstraße genießen die Gäste von Schloss Eckberg entspannende Ruhe, denn Hotel und Straße werden getrennt durch einen gepflegten, insgesamt 15 Hektar umfassenden Landschaftspark mit altem Baumbestand. 

Mehr zum Hotel im Schloss erfahren Sie hier: Schloss Eckberg

Die Kirche in Loschwitz

Östlich vom Körnerplatz – dem zentralen Verkehrsknotenpunkt in Loschwitz unmittelbar vor der Auffahrt zum Blauen Wunder – und nahe der Talstation der Schwebebahn steht die Loschwitzer Kirche. Sie wurde in den Jahren 1705 bis 1708 von George Bähr, dem Baumeister der Dresdner Frauenkirche, und dem Dresdner Ratsmaurer Johann Christian Fehre errichtet. Der an der Kirche befindliche Kirchhof ist mit rund 400 Quadratmetern der kleinste Friedhof Dresdens. Die Loschwitzer Kirche und der Kirchhof stehen unter Denkmalschutz.

Während der Zerstörung Dresdens im Februar 1945 trafen mehrere Bomben die Loschwitzer Kirche, weshalb sie bis auf die Umfassungsmauern niederbrannte. Der Wiederaufbau zog sich über vier Jahrzehnte hion, so daß sie erst 1994 neu geweiht werden konnte. Allerdings war es aufgrund der starken Beschädigung nicht möglich, den ursprünglichen Altar wiederherzustellen. Im Jahr 2002 fand man aber eine andere Lösung: der Nosseni-Altar der ebenfalls 1945 zerstörten und 1963 von den kommunistischen Machthabern abgerissenen Sophienkirche (nahe dem Postplatz gelegen) fand in der Loschwitzer Kirche einen neuen Standort.

Friedrich-Wieck-Straße

Wenn Sie vom Körnerplatz an der Bäckerei Wippler (übrigens sehr zu empfehlen!) Richtung Elbe in die Friedrich-Wieck-Straße einbiegen, gelangen Sie in den alten dörflichen Kern von Loschwitz, der schon bestand, bevor die großen Gründerzeit-Bauten errichtet wurden. Bemerkenswert sind dabei zum einen das Fährgut (Friedrich-Wieck-Straße Nr. 45), ein Fachwerkhaus aus dem Jahr 1697, das Fährhaus am Uferweg (ebenfalls aus dem 17. Jahrhundert) und das Haus Friedrich-Wieck-Straße Nr. 10. In diesem wohnte der Mann, nach dem diese Straße benannt wurde: Friedrich Wieck war Musikpädagoge und der Vater jener Clara Wieck, die bereits in jungen Jahren eine berühmte Pianistin und später die Frau Robert Schumanns war. Nur ein paar Schritte entfernt sind übrigens der „ElbeGarten“ und der „Körnergarten“ – in diesen beiden Restaurants können Sie direkt an der Elbe und unterhalb des Blauen Wunders einkehren.